Entlang der jungen Rhone befindet sich ein super Tourenrevier. Viele Touren können ab einem Bahnhof oder gar dem Hotel gestartet werden. Ein steiler, meist offener Waldgürtel trennt das Haupttal von super Skitourengelände. Verschiedene Expositionen erlauben kreative Planung. Also ziemlich gute Zutaten für ein paar gute Touren auf der anderen Seite des Grüenbödelis.
Wir übernachten im Hotel Walser in Ulrichen (DZ mit Halbpension) und reisen mit dem öV.
Tourenauswahl: Brudelhorn, Sidelnhorn, Blashorn, Gross Chastelhorn, Tälligrat. Wir erlauben uns je nach Wetter und Schneesituation eine Tour auf dem Weg der An- und oder Abreise einzubauen.
Wir gehen 1400 bis 1700 hm pro Tag. Hunde mit Skitourenerfahrung sind willkommen.
Tourenbericht Kurztourenwoche Goms
Tourenbericht Kurztourenwoche Goms
"Friends forget you, bosses sack you, (wo)men leave you – skiing is forever." Solche oder ähnliche Glückskekssprüche gingen mir durch den Kopf, als ich die Skitourenwoche im Goms im Detail plante. Ja, das Goms verkörpert für mich diesen Spruch wie kaum eine andere Gegend in der Schweiz – was für ein Gelände, was für traumhafte Skitouren in einem sehr ursprünglichen Teil des Landes! Ein Gebiet, das ich bereits mehrfach besuchen durfte – oft eingeleitet durch einen faulen Pauderfressertag in der Lauchern, gefolgt vom Transfer ins Goms, währenddessen das Schütteln der MGB langsam den Stress des Alltags aus den müden Gliedmassen rüttelte.
Mit der Flexibilität eines Bürolisten mit grossem Überstundenkonto, ungebunden und inspiriert von den steilen Hängen entlang der noch jungen Rhone, konnte ich meine Aufenthalte stets sehr flexibel planen. Einmal traf ich auf der Anreise sogar Altbundesrat Ogi auf Dienstreise nach Brig – auf der Lötschberg-Südrampe. Er signierte damals das Buch, in dem ich gerade las, und sinnierte mit mir über die Schönheit der Grialetschhütte und ihrer Umgebung, die er offensichtlich sehr gut kannte und ganz staatsmännisch in seine Ausführungen einflocht.
Die Realität im Jahr 2025 sieht allerdings etwas anders aus: Die Schneelage ist unterdurchschnittlich und alt, die Daten standen lange fest, die Übernachtung war bereits vier Monate im Voraus gebucht, und die Wetterprognose liess wenig Optimismus aufkommen. Und wohl auch Herr Ogi reist nicht mehr allzu oft von Kandersteg nach Brig.
Hier lest ihr den unglaublichen Tatsachenbericht darüber, was wir – Simone, Lars, Markus, Marylaure, Xilene und ich – aus unserem Aufenthalt im Goms gemacht haben:
23.2. – Anreise und erste Tour
Wir reisen über die Surselva an. In Trin steigt Marylaure zu, und auf dem Oberalppass stösst Markus zur Gruppe. Der Rest ist seit Davos Platz dabei. Der Himmel ist blau, und am Oberalp herrscht reges Treiben diverser Alpintouristen. So müssen wir auf der gut ausgetretenen Route Richtung Pazolastock keine Angst haben, vom Weg abzukommen, und auch auf dem Gipfel findet der Hund das eine oder andere frische Brösmeli.
Dort oben sinnieren wir über verkabelte Landschaften, das Panorama oder Heldentaten, die sich angeblich auf der gegenüberliegenden Talseite am Schneehüenerstöckli abgespielt haben sollen. Marylaure bestimmt für uns sogar Pflanzen – man könnte meinen, man sei auf einer Sommertour.
Über eine kurze Portage steigen wir zur Martschallücke auf und fahren nach Andermatt. Die Bandscheiben brennen. Der Hund wird getragen, und die Abfahrt ist über weite Strecken nur etwas für Liebhaberinnen. Dem Charme von Andermatt erliegen wir nicht und setzen unsere Reise nach einem portugiesischen 0%-Alkohol-Bier nach Ulrichen fort. Dort checken wir im Hotel Walser ein, werden mit viel Gommer Charme und Livemusik empfangen, beziehen unsere Zimmer und geniessen ein erstes sehr feines und einfaches Abendessen.
24.2. – Brudelhorn und ein Skibruch
Wir erklimmen das Brudelhorn. Ok, Standard, denkt ihr jetzt. Aber habt ihr euch schon einmal die Abfahrtsvarianten dieser Tour angeschaut? Sie sind unglaublich verspielt, windgeschützt – und so finden wir tatsächlich zum ersten Mal Pulverschnee. Natürlich gibt es auch eine fantastische Aussicht auf die hohen Gipfel des Wallis und des Berner Oberlands.
Doch dann passiert es: Auf etwa 2'100 Metern breche ich mir an einem Schneerändli den Ski. Ich rette mich irgendwie durch den Wald und schaffe es dank der Unterstützung der Teilnehmenden schliesslich ins Tal. Durch zahlreiche Connections und glückliche Wendungen erhalte ich in Andermatt selbst zu später Stunde einen neuen Ski – gleiche Dimensionen und Marke, aber ein älteres Baujahr. Und so kann ich, wenn auch noch etwas verschwitzt, mit dem ÖV zurück nach Ulrichen reisen mit der Gruppe noch Nachtessen.
25.2. – Blashorn und Frühlingserwachen
Wir brechen direkt vom Hotel in Richtung Blashorn auf. Gleich beim Start treffen wir trotz des schlechten Wetters auf eine andere Skitourengruppe. Wir kämpfen gegen Blasen (no pun intended), Stollenbildung, Nebel, Wind – und gegen die sonst brillante Routenwahl des Tourenleiters.
Hier ist nichts mehr zu holen, und wir drehen auf 2'400 Metern um. Auf der spassigen Abfahrt erspähen wir eine Weide, die bereits erste Blüten treibt – notabene etwas oberhalb von Ulrichen. Im Februar!
Den Tag lassen wir in einem Bistro, bei einem Hundespaziergang und einem Abstecher in den Volg ausklingen. Die Gespräche am Abend sind fantastisch – die Gruppe hat sich gefunden. Gesundheitsunternehmer, Banken-ITler, Softwarebudenmitarbeiterin, Biologin und Geograph sind bis spät damit beschäftigt, ihre unterschiedlichen Standpunkte und Arbeitslebensrealitäten zu diskutieren.
26.2. – Tälligrat und Heimreise
Trotz des Whiskeybarbesuchs brechen wir früh auf, fahren mit dem Zug nach Oberwald und deponieren im Bahnhofsbistro unsere Sachen. Dann steigen wir auf Richtung Tälligrat und gleichnamigen Stock. Die Gruppe stapft munter durch den frisch gefallenen Schnee Richtung Erhöhungskreuz. Böiger Wind motiviert uns zu schnellem Abfellen, und wir treffen auf Pulverschnee – der allerdings noch ein wenig seltsam tönt. Die Sicht ist mittlerweile gut, und wir kommen zügig voran.
In Oberwald angekommen, läuft alles nach Plan, und wir sitzen in einem Zug, mit dem wir zu einer familienfreundlichen Zeit in Davos ankommen.
Das Goms mag auch bei schwierigen Bedinungen zu überzeugen.
Lars, Simone, Markus, Marylaure und Claudio mit Xilene.
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